Five Shadows, 1996

Für das Modell der "Tying Line" arbeitete ich mit Gips und Graphitpuder, dass mit einer dünnen Schicht von Wachs überzogen wurde. Fasziniert von den Eigenschaften des Materials, begann ich über eine Arbeit nachzudenken, die sich diese Eigenschaften direkt zunutze machte und dabei in eine Untersuchung übersetzte, die die eigene Körperlichkeit während einer Begegnung in Frage stellte. Vor allem schien die Graphitoberfläche ihre eigene Stofflichkeit zu verbergen, sie war jenseits eines sofortigen Erkennens in ihrer Substanz und Dichte.

Ich begann über Schatten nachzudenken, ein Phänomen, das sehr alltäglich ist, aber in Bezug auf seine materielle Existenz entsprechend mit Bedeutung geladen ist.

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Gips, Graphit, Wachs (5 Teile); I 157 cm x 103 cm x 82 cm; II 127 cm x 92 cm x 63 cm; III 175 cm x 91 cm x 53 cm; IV 200 cm x 63 cm x 50 cm; V 210 cm x 75 cm x 63 cm

Schatten werden allgemein mit etwas Negativem verbunden, trotzdem sie nur durch Licht, einem positiven Lebenselement hervorgerufen werden. Sie zeigen ein Objekt und zugleich verunklären sie es, indem sie Details des Volumens ignorieren und den Umriss intensivieren und verzerren. Trotzdem sind sie der Wahrheit näher als Reflektionen, denn sie drehen die Dinge nicht optisch um. Sie zeigen die andere Seite, die Dualität des Daseins. Sie sind nicht zweidimensional, sondern überspannen ein Volumen, eine Masse von Schatten, die als Bild auf dem Grund oder einer Wand abgebildet ist. In Verbindung mit dem menschlichen Leben sind sie stille, aber ständige Begleiter.

Die "fünf Schatten" manifestieren diese komplexe und obskure Natur unserer imaginären Schatten durch reale Objekte, die in ihrer Größe den menschlichen Körper ansprechen und mit ihren Formen und nicht greifbaren Massen menschliche Befindlichkeiten reflektieren. Sie sind wie Hüllen, die daruaf warten von den Assoziationen des Betrachters gefüllt zu werden.

Die fünf amorphen Formen spielen auf eine Vertrautheit an. Sie scheinen auf Gestalten zu verweisen, die vertraut sind, jedoch erscheinen sie ungleich und verzerrt – genau wie Schattenbilder. Ihre formenhafte Praesenz eröffnet einen neue Art der Begegnung. Der Ausstellungsraum wird zum Ort der unbekannt und gewiss zugleich ist, fast wie eine Traumlandschaft, die einen Moment der Wirklichkeit mit uns teilt. Die Schatten sind Dinge, die ihr eigenes Reich definieren und manifestieren unser Verlangen "das Andere" zu definieren, welches den Raum, in dem wir uns bewegen, mit uns teilt.

Juni 2007 – Copyright Vanessa Paschakarnis