Die Ausstellung wurde nach Plan realisiert in einem ungenutzten Außenschwimmbad, das sich auf dem Unigelände befindet.
"Der Fluss des Wassers" (The Flow of Water) wurde im flachen Teil des Schwimmbades realisiert, welcher in einem starken Winkel zum tiefen Bereich des Schwimmbades absank. Diese Arbeit bestand aus 3 Marmor Elementen, die sich in der Form auf Kieselsteine bezogen, jedoch vergrößert wurden (55 cm bis 70 cm). Die Skulpturen spielten mit der Idee eines imaginären Wasserspiegels, der durch die unterschiedliche Bearbeitung der Oberfläche angegeben wurde. Die angegebenen Wasserlinien stimmten weder mit dem Winkel der Grundfläche überein, noch mit den drei Objekten untereinander, so dass offensichtlich auf eine Umverteilung, Repositionierung von Material hingewiesen wurde.
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Der Fluss des Wassers, 1997: Italienischer Marmor, drei Elemente
55 cm x 52 cm x 35 cm; 53 cm x 45 cm x 42 cm; 70 cm x 39 cm x 50 cm
Die Farbe des Wassers, 1997: Bronze z.T. mit hellblauer Patina
9 Elemente: 3x2, 1x3; 2x 37 cm x 26 cm x 12 cm; 2x 34 cm x 26 cm x 14 cm; 2x 22 cm Ø x 21 cm; 3x 40 cm Ø x 14 cm
Wenn man zum tiefen Ende des Schwimmbades lief, tauchte man langsam unter bis man am unteren Teil des Beckens nicht mehr über den Rand desselben blicken konnte. "Die Farbe des Wassers" (The Color of Water) bestand aus 9 Bronzen in verschiedener Größe zwischen 22 cm und 40 cm in Durchmesser. Auch hier spielte ich mit einem imaginären Wasserspiegel, der durch eine Patina auf der oberen Hälfte der Bronzen angegeben wurde, die der Wandfarbe des Schwimmbades entsprach. Der angegebene Wasserspiegel (diesmal war er parallel zum Boden und setzte sich durchgehend fort) war ungefähr knoechelhoch und entsprach der Höhe einer natürlichen Verfärbung des Schwimmbadbodens durch Blätter und Dreck, der sich auf dem Boden ansammelte. Die Farben des freigelegten Zementes auf dem Boden war bronze-braun mit einem Hauch von himmelblau und entsprach so der Anspielung durch Farbe, Form, Elemente, Objekte und deren Reflektion, die durch die verschiedenen Ebenen der poetischen Ausdrucksweise der Arbeit angedeutet wurden.
Zur Ausstellung äußerte ich mich wie folgt:
Ein Schwimmbad ist vom Menschen gemacht als Ort der Erholung, der Entspannung, der Freude, der Sehnsucht. Himmelblau gekachelt oder gestrichen steht es für die Freude am Erleben der eigenen Körperlichkeit in der Welt.
Meine plastischen Objekte visualisieren das abwesende Element Wasser, indem sie durch die ihnen eigene Form und Materialität auf den Fluss von Zeit verweisen.
Wasser ist Naturgewalt. Kraft duch Bewegung und Kontinuität. Grundbedingung für Leben. Formgebung durch Fluss. Fließender Übergang von hoch und tief, Zeit und Raum, hier und jetzt. Akkumulation von Kraft in Zeit. Stein wird geformt und verschoben.
Drei Formen sind gemacht. Sie werden durch die Betrachtung im künstlichen Raum zu Behältnissen für Erinnerungen, fordern auf zu einem persönlichem Engagement, zur Untersuchung, zum Hinterfragen durch eine sinnlich-ertastbare Begegnung.
Meine Objekte assoziieren Bewegung und Unruhe durch das Spiel mit einer imaginären Wasserebene, verweisen durch ihre Lage auf eine Umverteilung von Material.
Wasser ist blau – himmelblau, lichtblau, ozeanblau, dunkelblau, blassblau, hellblau, türkisblau, schwimmbadkachelblau, tiefblau, meeresblau, luftblau, augenblau, karibikblau, postkartenblau, blau wie der Himmel. Wasser ist ein Natuerelement, ist Teil eines großen Ganzen, ist Spiegelfläche des Himmels, ist getaucht in Reflektion von Licht.
Farbe ist Reflektion von Licht, eine Materialeigenschaft. Meine Objekte reflektieren und definieren eine Ebene, knöchelhoch. Sie sind aus Bronze. Sie sind gemacht. Sie spiegeln – den Boden auf dem wir gehen, und sie reflektieren – Himmel und Wasser.
Juni 2007 – Copyright Vanessa Paschakarnis