Die Rosenblatt-Arena arbeitet mit dem entgegengesetzten Element des Parkes (siehe Kreuzung, 1994). Installiert in einem geometrisch gestalteten Rosengarten, reflektiert sie die Begegnung eines Besuchers mit einem kultivierten Garten als kontemplative Umgebung in einer Stadt.
In einer vorgefundenen Konstruktion von Metallpfosten und einem zentralen Pavillion installierte ich 32 große Leinwände, die an einem Ende des Gartens einen Halbkreis mit einem kleineren Kreis in dessen Mitte formten. Jede der Leinwände war 150 cm x 170 cm groß und von beiden Seiten in einem für mich klassischem Rosenrot bemalt. Grüne Seile befestigten die obere Kante der Leinwände und ließen sie zugleich frei im Wind schwingen. Außerdem war es für die Besucher einfach die Leinwände zu bewegen, gleich einem Vorhang, den man beim Durchgehen zur Seite schiebt. Die Arbeit war so installiert, dass sie störend war, im Weg war, und die Besucher in ihrem regulären Gang durch den Rosengarten beeinträchtigte.
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Rheda-Wiedenbrück; 32 Leinwände; je 1,50 m x 1.70 m
Die Rosenblatt-Arena war eine Reaktion auf die sorgfältig strukturierten Rosenbeete, die durch Schilder gekennzeichnet waren, die auf den Namen der entsprechenden Zuchtrose hinwiesen, ihre Größe, ihre Farbe und spezifische Eigenschaften. Am Eingang zum Garten empfing ein Schild, das den Garten als Platz der Freude an der "natürlichen" Schönheit der Blume prieß.
Meine Rosenblatt-Arena sollte die Augen der Besucher öffnen, buchstäblich, aufgrund der Größe der Installation und deren Auswirkung auf den Umraum, und metaphorisch, da sie auf die Tatsache verwies, dass wir versuchen die Natur zu zähmen, damit sie unserem Sinn und Geschmack für Schönheit gerecht wird.
Die Arbeit wirkte durch eine Zeichensprache und durch den Moment der Erfahrung. Sie umgab den Betrachter mit großen, rechteckigen Flächen, die sich gleichzeitig perfekt an ihre Umgebung anpassten und eine Atmosphäre der Poesie hervorriefen, während sie im Wind spielten, sich in der Bewegung mit Sonne und Schatten verzaubern ließen.
Die Rosenblatt-Arena bezeichnet unseren Blick der Natur durch "kultivierte" Augen. Sie visualisiert die beiden komplimentären Elemente, die die Ganzheit eines Gartens ausmachen – eine Symbiose von kulturellen und natürlichen Elementen, eine Bestätigung unseres Daseins als Wesen in einer Welt.
Juni 2007 – Copyright Vanessa Paschakarnis